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PRODUKTWELT - FRÜCHTE

Updated date: 06/06/2024

 

 

 

 

 

 

 

 

EIN LAND BRINGT FRUCHT

 

 

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Das am südlichen Ende des amerikanischen Kontinents gelegene Argentinien produziert jährlich über fünf Millionen Tonnen Früchte auf einer Fläche von mehr als 500.000 Hektar. Das Land der sechs Kontinente erstreckt sich über 4.000 Kilometer vom tropischen Regenwald im Nordosten und den Wüsten im Nordwesten bis zur Südspitze Patagoniens über ein Gebiet mit unterschiedlichsten Ökosystemen für eine hervorragende Obstproduktion.

 

 

Aufgrund des ausgedehnten Territoriums und der vielfältigen Klimazonen bietet der Angebotskalender des Landes eine Vielzahl von Früchten: Citrusfrüchte, Kernobst, Beeren, Steinobst und subtropische Früchte, sowohl in früh- als auch in spät reifenden Varianten, mit denen Argentinien über 100 Länder das ganze Jahr über beliefern kann. Neben dem reichen Fruchtangebot bietet das Land auch Knoblauch, Zwiebeln und Hokkaido-Kürbisse an.

 

Argentinien ist der zweitgrößte Produzent von Bio-Lebensmitteln weltweit, unterstützt durch günstige Klimabedingungen und einen fortschrittlichen Gesetzesrahmen. Darüber hinaus ist es eines der wenigen Länder außerhalb der Europäischen Union, dessen Bio-Standards von der EU als gleichwertig anerkannt werden. Laut der FAO gewährleistet der argentinische Fruchtsektor durch den minimalen Einsatz von Agrochemikalien und Pestiziden, selbst im konventionellen Anbau, eine nahezu organische Produktion.

 

In den letzten zehn Jahren haben die Produzenten große Investitionen getätigt, um neue Sorten zu integrieren, den Anbau nachhaltiger zu gestalten sowie Auswahl-, Verpackungs- und Erntechnologien zu aktualisieren. Diese Bemühungen beinhalten auch strenge hygienische und qualitative Kontrollen sowie die Implementierung eines effizienten landesweiten Rückverfolgungssystems.

 

Der Anbau von Citrusfrüchten ist wichtigster Zweig des Obstsektors

 

Die Citrusproduzenten Argentiniens ernten auf einer Fläche von über 141.000 Hektar jedes Jahr etwa vier Millionen Tonnen Orangen, Grapefruits, Mandarinen und Zitronen. Eine besondere Stellung nimmt dabei die Zitrone ein, die gelegentlich als der Lionel Messi unter den Früchten bezeichnet wird. Mit einem beeindruckenden Produktionsvolumen von über zwei Millionen Tonnen pro Jahr braucht sich die argentinische Zitrone vor diesem Vergleich nicht zu scheuen.

 

 

Die argentinische Zitronenproduktion findet in der nordwestlichen Provinz Tucumán, am Fuße der Anden, ein ideales Klima vor. Obwohl die Zitronen dank der unterschiedlichen Blütezeiten fast das ganze Jahr über geerntet werden können, konzentrieren sich die Erzeuger vor allem auf die "Winterzitronen", die von besonders guter Qualität sind.

 

Auf Tucumán mit einer Anbaufläche von 50.000 Hektar und einem Anteil von 80 % folgen die Provinzen Salta mit einem Anteil von rund 10 %, Corrientes und Jujuy mit einem Anteil von jeweils 4 %. Kleinere Zitronenplantagen gibt es in den Provinzen Buenos Aires, Formosa, Catamarca, Misiones und Entre Ríos. Man findet Zitronenbäume nicht nur in den Plantagen, sondern auch in dem einen oder dem anderen Hausgarten oder wild am Straßenrand. Sie wachsen problemlos im gesamten Norden Argentiniens.

 

Ein Großteil der im Land geernteten Zitronen findet in der Industrie Verwendung. Zwei Drittel aller Zitronenprodukte, seien es getrocknete Schalen,  gefrorenes Saftkonzentrat oder ätherische Öle, die auf der Welt produziert werden, stammen aus Tucumán. Hauptabnehmer sind Hersteller von Spirituosen, aber auch die Lebensmittel-, Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie benötigen große Mengen.

 

Die Zitronenprodukte werden hauptsächlich exportiert. Es gibt jedoch auch Verarbeiter, die Vereinbarungen im Inland abschließen, um z. B. Hersteller von Erfrischungsgetränken mit Rohstoffen zu beliefern. Der Frischexport von Zitronen macht 12 % der Produktion des Landes aus. In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 260.000 Tonnen Tonnen frische Zitronen exportiert.

 

Auch die Produktion von Mandarinen und Orangen ist groß

 

 

Ihre Plantagen liegen hauptsächlich im Nordosten an der Grenze zu Brasilien und Paraguay, einer von zahlreichen Flüssen, Bächen und Lagunen geprägten Region. Ein Großteil der Ernte findet im heimischen Markt Absatz. Orangen sind das ganze Jahr über erhältlich und bei Mandarinen beginnt die Ernte Ende Februar und endet in den südlichsten Anbaugebieten im Oktober. Die süßen Citrusfrüchte gehen seit Jahren auch in den Export. Vor allem Mandarinen sind dank ihrer guten Qualität und Sortenvielfalt sehr beliebt. Wichtige Absatzmärkte sind Europa und Südostasien.

 

Das Kernobst spielt bei Produktion und Export die wichtigste Rolle

 

 

Neben Zitrusfrüchten spielt Kernobst eine entscheidende Rolle bei Produktion und Export. Argentinien ist größter Exporteur von Birnen auf der Südhalbkugel und fünftgrößter Exporteur von Äpfeln weltweit. Das Hauptanbaugebiet liegt im Norden Patagoniens, der als eine der unberührtesten Regionen der Welt gilt und von einem trockenen und windigen Klima geprägt ist. Inmitten der Steppe hat sich dort durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit Tauwasser aus den Anden eine blühende Oase im Tal des Flusses Rio Negro entwickelt.

 

Die Landschaft ist geprägt von malerischen Birnen- und Apfelplantagen, oft umgeben von Alleen aus Pappeln. Diese Pappeln dienen als Schutz vor dem Wind, während das üppige Laub der Obstbäume einen natürlichen Schatten vor der intensiven Sonneneinstrahlung bietet. Darüber hinaus tragen die zahlreichen Hektar, die mit Hagelschutznetzen ausgestattet sind, zusätzlich zur Qualitätssicherung der Produktion bei. Die vorherrschende Hitze in der Region und die starken Temperaturschwankungen schaffen ideale Bedingungen für den Anbau von Äpfeln und Birnen.

 

Besonders prächtig gedeiht die Williams-Birne

 

 

Die Williams-Birne nimmt fast die Hälfte der 37.000 Hektar großen Anbaufläche ein. Weitere beliebte Sorten sind die Packhams, Danjou, Bosc und Abate Fetel. Außerdem gibt es junge Anpflanzungen von Forelle, Cocsia, Red Clapp, etc. In den Monaten Februar und März läuft im Tal des Rio Negro alles auf Hochtouren. In einem kleinen Zeitfenster ernten die Produzenten riesige Mengen für den Weltmarkt. Im Jahr 2023 lag das Exportvolumen bei mehr als 300.000 Tonnen.

 

Im Gegensatz zu den Birnen sind bei den Äpfeln nicht der Export sondern der lokale Markt und die Saftindustrie die Hauptabnehmer. Die wichtigste Apfelsorte ist der Red Delicious, der in Lateinamerika wegen seiner Süße viele Liebhaber findet. Für den Export nach Übersee setzen die Produzenten auf die Sorten Gala und Pink Lady.

 

Auch bei Steinobst wird der Großteil der Produktion im heimischen Markt abgesetzt oder geht in die Verarbeitung. Argentinien ist ein wichtiger Produzent von Dosen-Pfirsichen und Trockenpflaumen.

 

Die Kirsche gilt als Top-Exportfrucht unter den Steinfrüchten

 

 

In Patagonien werden die südlichsten Kirschen der Welt produziert; ganze 90 % der Kirschexporte Argentiniens stammen aus dieser Region. Seit 2023 tragen diese besonderen Früchte stolz ihre Ursprungsbezeichnung "Valle de Los Antiguos – Patagonia", die einen klaren Qualitätsunterschied repräsentiert, den nur die patagonische Umgebung mit ihren kalten und trockenen Klimabedingungen hervorbringen kann.

 

Um die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel herum erfreuen sich die südlichsten Kirschen der Welt in China, Nordamerika und in Europa zunehmender Beliebtheit.

 

Mittlerweile ist Argentinien der zweitgrößte Kirsch-Exporteur der Südhalbkugel. In der letzten Saison 2023-2024 lieferten die argentinischen Kirschproduzenten über 6.000 Tonnen der begehrten roten Früchte ins Ausland.

 

Im Verlauf der letzten drei Vermarktungszeiträume hat der Sektor seine Exportquote um 33,2 % steigern können und investiert dabei verstärkt in moderne Technologien für Ernte und Verpackung und in die Entwicklung von neuen Sorten wie die Pacific Red, Frisco, Late, Nimba und Sentennial, deren Ernte früher beginnt. Bereits etabliert sind die Lapins, Santina, Regina, Royal Dawn, Brooks, Kordia, Skeena und Sweet Heart.

 

Artikel über Kirschen aus Argentinien (Fruchthandelmagazin Nov. 2021)

 

Trauben und Blaubeeren - Spitze bei Beerenfrüchten

 

 

Trauben sind das am meisten angepflanzte Obst im Land. Die wichtigen Anbauregionen in Mendoza/Salta, im Nordosten und in Nordpatagonien sind gleichzeitig Zentren der einheimischen Weinindustrie, die aufgrund der Bedeutung Argentiniens als Weinland eine große Nachfrage hat.

 

Der Blaubeeranbau konzentriert sich auf die Provinzen Buenos Aires, Santa Fe, Entre Ríos und Tucumán und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Vergleich zur nördlichen Hemisphäre fällt die Produktion in Argentinien mit den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen in die Nebensaison. Die argentinischen Heidelbeeren haben einen sehr guten Brixwert und einen intensiven süßen Geschmack.

 

Die Erzeuger zielen vor allem auf Absätzmärkte, in denen die Konsumenten ökologisch erzeugtes Qualitäts-Obst zu schätzen wissen. Argentinien hat im Bereich der ökologischen und nachhaltigen Erzeugung hervorragende Arbeit geleistet: Jahr für Jahr wächst der Export von Bio-Beeren und neue Absatzmärkte kommen hinzu. Die Produktionskapazität von Bio-Heidelbeeren übertrifft 65 % des Gesamtvolumens und es gibt bereits Felder, deren Produktion zu 100 % biologisch ist, sowohl für frische als auch für tiefgekühlte Heidelbeeren. Der frühe Erntestart im September verschafft dem Land außerdem einen mehrwöchigen Vorsprung gegenüber den Hauptkonkurrenten Chile und Peru. Blaubeeren werden hauptsächlich nach Nordamerika, Europa und Asien exportiert.

 

 

Das Obstgeschäft in Argentinien ist in den letzten Jahren insgesamt gewachsen und hat sich allezeit als äußerst stabil erwiesen, da sich die argentinischen Erzeuger je nach Marktsituation auf eine der drei Säulen stützen können, über die der Sektor verfügt: den lokalen Markt, die Industrie und den Export von frischem und verarbeitetem Obst.

 

 

Der Großteil geht in die Verarbeitungsindustrie

 

 

Moderne Technologien zur Selektion, Verarbeitung und Verpackung sichern die Qualität und bewahren die natürliche Beschaffenheit von frischem Obst und Gemüse in Dosen, gefroren oder getrocknet. Eine der leistungsfähigsten Branchen ist die Fruchtsaftindustrie. Sie bietet Fruchtsaft in konzentrierter, gefrorener oder in Pulverform an. Argentinien ist der größte Exporteur von Zitronensaft und der zweitgrößte von Traubensaft.

 

 

Sortiment für frische Früchte und Gemüse

Zitrusfrüchte: Grapefruits - Kumquats - Limetten - Mandarinen - Orangen - Pampelmusen - Zitronen.

Kernobst: Äpfel - Birnen.

Steinfrüchte: Kirschen - Nektarinen - Oliven - Pflaumen - Pfirsiche.

Beerenfrüchte: Blaubeeren - Brombeeren - Erdbeeren - Tafeltrauben - Himbeeren.

Andere Früchte und Gemüse: Avocado - Feigen - Granatäpfel - Kiwi - Knoblauch - Kürbisse -  Süßkartoffeln - Wassermelonen - Zwiebeln.

 

Sortiment für verarbeitete Früchte

Konserven: Ananas - Kirschen - Aprikosen - Pfirsiche und Birnen in Sirup - Fruchtcocktail - Apfelmus - konventionell und kalorienarm.

Konfitüren, Marmeladen und Gelees: Heidelbeeren - Kirschen - Pflaumen - Aprikosen - Pfirsiche - Himbeeren - Erdbeeren - Feigen - Äpfel - Quitten - Orangen - Grapefruit - Schwarzer Holunder - Hagebutten - Tafeltrauben.

Getrocknet: Äpfel - Aprikosen - Birnen - Feigen - Nektarinen - Pfirsiche - Pflaumen - Rosinen (mehr auf der Produktwelt Trockenfrüchte und Nüsse).

Fruchtsaft (konzentriert, gefroren, in Pulverform): Kirschen -  Pflaumen - Pfirsiche - Erdbeeren - Zitronen - Orangen - Grapefruit - Äpfel - Birnen - Tafeltrauben - Beeren - Mischungen.

Sortiment für verarbeitetes Gemüse

Konserven: Mangold - Erbsen - Artischocken - Pilze - Spargel - Spinat - Linsen - Mais - weiße und schwarze Kidneybohnen - Rote Beete - geschälte, gehackte und pürierte Tomaten - Karotten und Mini-Gemüse.

Gefroren: Sellerie - Erbsen - Brokkoli - Saitenbohnen - Spargel - Spinat - Zuckermais - Kartoffeln - Rote Bete - Rosenkohl - Gartensalat.

Getrocknet: Knoblauch - Zwiebeln - Paprika - Peperoni - Tomaten.

Suppen und Brühen: Erbsen - Zwiebeln - Spargel - Kichererbsen - Spinat - Süßmais - Rote Beete - Tomaten und Kürbisse.

 

 

Argentinische Aussteller auf der Fruit Logistica (02/2024)

Download Katalog argentinischer Blaubeerproduzenten (Geschäftsrunde 2022)

Das Argentinische Generalkonsulat in Hamburg bietet lokalen Importeuren die Gelegenheit, Anfragen zu Angeboten an argentinische Exporteure weiterzuleiten (siehe dazuAUS ARGENTINIEN IMPORTIEREN). Als Grundlage dafür kann der entsprechende AUSWAHLBOGEN ausgefüllt und an dieses Generalkonsulat gemailt (comercio_chamb@mrecic.gov.ar) werden:

Auswahlbögen für Früchte und Gemüsefrisch I getrocknet I gefroren I Fruchtsaftkonzentrat

 

Von diesem Generalkonsulat veröffentlichte Artikel:

Kiwi - eine Frucht mit großem Potential in Argentinien (FH 09/2023)

Argentinien auf der Fruit Logistica (FH 01/2023)

Kirschen aus Patagonien (FH 11/2021)

Knoblauch aus Mendoza (FH 12/2021)

 

 

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